Samstag, 25. September 2010

See Genezareth

Hi,

Anfang dieser Woche habe bin ich mit noch 5 anderen Volontären nach Tiberias gefahren, um in den nächsten 3 Tagen den See Genezareth, auf welche Art auch immer, zu umrunden.Von Tiberias aus sind wir mit schwerem Gepäck, vor allem Wasser, in Richtung Norden gewandert. Das Wetter war trotz des späten Septembers immer noch sehr warm. Laut Wettervorhersage bis zu 37° und gefühlt kam das auch hin!!

Nach einigen Kilometern haben wir den ersten Rast gemacht und gleich zum baden genutzt. Ich hatte beim schwimmen noch nie so eine herrliche Aussicht..-> der See liegt in einem riesigen Kessel aus sehr spärlich bewachsenen Bergen. Am ersten Rast musste mein Zimmernachbar die Reise schon abbrechen, da krank war und merkte, dass er das Wandern in der Hitze nicht länger durchhalten würde. Wir anderen sind von dort ein Stück mit dem Bus gefahren und bis Sonnenuntergang ( um 6 Uhr) bis vor Kapernaum gewandert. Dort sind wir dann beim Suchen, nach einem Schlafplatz am Ufer, durch einen Mangohain auf dem Hinterhof von einem Fischrestaurant gelandet. Da es in der Nähe keine bessere Stelle gab, haben wir dort gefragt und im Endeffekt pro Person 3 € für ein kühles Bier und den Schlafplatz bezahlt. In der Nacht sind wir noch öfters schwimmen gegangen. Morgens um halb 6 wurden wird dann sehr zärtlich von der wärme der aufgehenden Sonne geweckt und von Fliegen, durch die das Weiterschlafen zur großen Herausforderung wurde.der Jordan

Am nächsten Tag sind wir durch das Jordandelta bis zum Jordan gewandert und haben dort von einer großen Straße ein Sammeltaxi zu dem Kibbuz Ein Gev genommen. Den Nachmittag haben wir dort vor allem mit Schwimmen und Schlafen am Strand verbracht. Die Nacht haben wir neben dem Kibbuz an einem öffentlichen Strand verbracht. Da es Nachts auch noch heiß war habe ich meinen Schlafsack als Decke benutzt, was hinterhältig von Ameisen genutzt wurde um mich zu piesacken. Manche Stiche jucken trotz vieler Lagen Fenestil immer noch;)im Kibbuzmorgens: hilflos den Insekten ausgeliefert

Nachdem wir am nächsten morgen noch kurz von der Polizei kontrolliert wurden und die weder Drogen noch Alkohol bei uns gefunden haben, haben wir mit dem Bus den Rest des Weges um den See nach Tiberias vollendet. Alles in allem sind wir zwar nicht sonderlich viele Kilometer gewandert, aber das war bei der Hitze auch nicht möglich. Außerdem war es auch schon so sehr anstrengend.

Hier noch einige Bilder: Tiberias bei Nacht

Mittwoch, 15. September 2010

Westbank

Hey,

letzte Woche wurde hier Neujahr gefeiert ( Rosch Haschana) wir haben jetzt hier das Jahr 5771...

Da hier sehr familiär und ruhig gefeiert wird, hatte ich von Mittwoch bis inkl. Samstag frei. Da bei solchen Festen hier immer der öffentliche Verkehr lahm liegt und die Geschäfte geschlossen haben, haben wir arbeitsfreie Zeit zu Hause „genutzt“ und als das zu langweilig wurde haben wir uns entschlossen am Samstag einen arabischen Bus nach Bethlehem, in die Westbank zu nehmen.

Wir sind Mittags aufgebrochen sind gut angekommen und haben den Weg von der Bushaltestelle zur Altstadt, der laut Taxifahrer mind. 6 km lang wäre, innerhalb von 10 Min. auch ohne Karte gefunden...

Bethlehem ist vom Erscheinungsbild sehr ähnlich wie das arabische Viertel in Jerusalem, nur dass ich, wo ich in Jerusalem meist für jüdisch, oder zumindest für einen Einheimischen gehalten werde;), hier sofort mit meinem Rucksack als Tourist auffalle!

Wir haben uns die Grabeskirche angeguckt und mein Zimmernachbar hat es treffend ausgedrückt hat: “ jede bayrische Dorfkirche sieht heiliger aus...“

Nach unserer Kirchentour hat sich mein Mitbewohner Henrik bei einem Friseur die Haar schneiden und sich rasieren lassen. Während Simon und ich dabei zuguckten und den angebotenen Kaffe genossen, hat sich ein sehr interessantes Gespräch mit einem anderen Kunden entwickelt, der ein wenig Deutsch und Englisch konnte und uns über den Alltag in der Westbank berichtet hat. Ich glaube allein der Fakt, dass der Friseur seit 20 Jahren nicht mehr nach Jerusalem kann, sagt schon einiges aus!!

Der Rückweg war eindeutig schwieriger als der Hinweg, da man als Tourist nicht den normalen Checkpoint wie arabische Besucher aus Jerusalem nehmen kann.

Das wussten wir nicht und so kam es wegen einem Missverständnis zu einem Streit zwischen einer Araberin und einem Taxifahrer, in Folge dessen es zu einer kleinen Rangelei zwischen einem anderen Mann und dem Taxifahrer kam.

Letztendlich sind wir durch einen anderen Checkpoint, der sehr einem Ausgang aus einem Gefängnis glich, wieder ins israelische Staatsgebiet gelangt.

Hier ein Panoramabilder vor dem Checkpoint (von Simon)

Am selben Abend haben wir uns mit Leuten aus dem French Hospital getroffen, die später in eine Disko in Beit Jalla (auch in der Westbank) gehen wollten und uns überredet haben mit zu kommen. Da die Uhr von Samstag auf Sonntag umgestellt wurde haben wir zugesagt, da wir am nächsten Tag erst um 14 Uhr arbeiten mussten und noch eine Stunde mehr Schlaf hatten.

Nach neuer Uhrzeit sind wir dann um 12.30 Uhr mit 15 Leuten aus dem Frech u.a. einer Israelin mit einem Sammeltaxi losgefahren. Der Club war sehr interessant und hat einen sehr interessanten Spagat zwischen westlicher und arabischer Feierkultur dargestellt.

Der Rückweg war weniger lustig, da wir um 6 Uhr morgens quer durch das Westjordanland fahren mussten, da wir an zwei Checkpoints, trotz Reisepässen abgelehnt wurden.

Im Endeffekt mussten wir wieder nach Bethlehem zum Touristencheckpoint und wurden einzeln kontrolliert. Die Israelin hatte darauf spekuliert im Taxi, die sonst problemlos mit Voluntären die Checkpoints passieren können, nicht kontrolliert zu werden, da es für Israelis von Israels Seite streng verboten ist in die Westbank zu gehen.

Sie wurde am Checkpoint in ein einzelnes Verhörzimmer gebracht und hat einen Eintrag in die Strafakte bekommen und die Androhung, dass sie beim nächsten Mal ins Gefängnis müsste. Zuhause sind wir dann nach neuer Uhrzeit erst um halb 8 angekommen.

Trotz eines sehr anstrengenden folgenden Arbeitstages und einiger Komplikationen in der Nacht, hat sich diese Aktion doch sehr gelohnt, da es vor allem gezeigt hat, welche Probleme manche Araber auf sich nehmen müssen um täglich nach Israel zum arbeiten kommen zu können, wenn sie überhaupt über die Grenze passieren dürfen.


Donnerstag, 2. September 2010

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