Montag, 25. April 2011

still alive...

Hey,

lang ist es her, dass ich hier etwas geschrieben habe, aber es dauert auch nicht mehr so lange, bis ich wiederkomme!

Der Rückflugtermin steht mittlerweile fest und Ende Juli wird der Albtraum Realität: ich muss zurück nach Deutschland.. ;-)

Ganz so schlimm ist es natürlich nicht und ich freue mich schon riesig auf das große Wiedersehen, ua. mit den anderen

„Ausländern“, aber der bittere Nachgeschmack, dass ich danach vorerst nicht für längere Zeit zurück komme, bleibt!

Jetzt aber zur den letzten 3 Monaten, in denen ich offensichtlich etwas schreibfaul war... Sorry.

Ich hatte das erste Mal Besuch aus Deutschland!!

Den Anfang hat hierbei David gemacht, mit dem ich insgesamt 3 Wochen das Land unsicher gemacht habe!!

in Ein Gedi:Negev:

Danach war Franzi für eine gute Woche hier um Jerusalem zu erkunden.

Wie sicher die meisten gehört haben ist zur Zeit in Israel mal wieder Bombenstimmung...

Aber trotz vermehrter Raketenangriffe aus Gaza, oder der Bombe in der Nähe der Central Bus Station, lässt sich das an der Alltagsstimmung nicht feststellen.

Mittlerweile erinnert an das Attentat nur noch ein Loch im Bürgersteig und die Einschlagslöcher der Kugeln, die in der Bombe waren.

In den letzten Tagen war Jerusalem das Ziel tausender Pilger und Touristen! Den Anfang der Osterfeierlichkeiten hat der Palmsonntag gemacht, an dem Abertausende Pilger mit Palmwedeln und Musikinstrumenten bewaffnet vom Ölberg in die Altstadt gelaufen sind.

Hierbei waren Kirchen aus aller Welt vertreten, was vor allem die Geräuschkulisse sehr interessant gemacht hat: von afrikanischem Getrommel bis arabischem Gesang über Lautsprecher, war alles vertreten!!

An den Tagen vor Ostern war die Altstadt voller Soldaten, die dann langsam in den Touristenströmen untergingen!! Am Samstag, das Ostern aller orthodoxen Kirchen, habe ich mich zur Grabeskirche gewagt um mir im armenischen Teil der Kirche die Feierlichkeiten anzugucken. Ich war noch nie in so einem Gedränge, die selbe Situation in Deutschland hätte mit Sicherheit mit Panik geendet! Aber Armenier haben offensichtlich keine Probleme mit Körperkontakt und selbst Frauen, mit Säuglingen auf dem Arm, blieben mitten im Gerangel vergleichsweise ruhig!!

Heute Abend geht auch, endlich, das jüdische Fest Pessach vorbei, dass die letzten 8 Tage gefeiert wurde. Dazu schreibe ich aber mehr auf der Seite „jüdische Feste“!

Ich denke, dass ich hiermit die wichtigsten Ereignisse der letzten Monate wiedergegeben habe.

Vielleicht werde ich mich sogar noch mal vor meiner Abreise abmühen und einen weiteren Artikel schreiben ;)

Stay tuned !!

Sonntag, 16. Januar 2011

Eilat

Das letzte Wochenende war ich mit Henrik und Guy, einem israelischen Freund, in Eilat eingeladen. Also sind wir von Donnerstag bis Samstag dort gewesen. Von Jerusalem bis zur südlichsten Spitze Israels fährt man mit dem Bus ca. 5 Stunden.

Die Beschreibung, das kleine Las Vegas von Israel, ist recht treffend. Wobei jetzt im Winter nicht so viele Touristen unterwegs sind. Mit ca. 50 000 Einwohnern ist die Stadt nicht groß, aber trotzdem sehr bedeutend für Israel. Durch die vielen Touristen und Steuervergünstigungen, von bis zu 20%, lässt es sich vor allem als ehemaliger Soldat dort sehr gut leben!! Der Staat gibt jedem ehemaligen Soldaten, der sich “verpflichtet“ 6 Monate in Eilat zu arbeiten, 2000€ zusätzlich zu seinem Gehalt. Und als ungelernter Barkeeper lässt sich in der Hauptsaison ohne große Probleme 2000€ pro Monat zu verdienen. Dementsprechend ist die Stadt sehr jung.

Besonders ist in Eilat auch, dass nur die Hauptstraße einen Namen hat und der Rest der Häuser ist nur durch Nummern gekennzeichnet. Außerdem gibt es keine Ampeln in Eilat.

Schwimmen im Roten Meer ist selbst zu dieser Jahreszeit möglich, da das Klima deutlich wärmer ist, im Vergleich zu Jerusalem. Und da, wie jeder weis, die Haie im Roten Meer vom Mossad trainiert sind und nur die Touristen im Sinai fressen, braucht man sich davor auch nicht fürchten;)...Frühstück in den Bergen vor Eilat, umgeben von alten Scharfschützenversteckendie Berge vor Eilat, mit der alten Wüstenstraße nach Ägypten Aussicht auf Eilat von den Bergen / im Hintergrund die jordanische Stadt Aqaba, in der das Märchen von Aladin spielt


Sonntag, 2. Januar 2011

Frohes Neues..!!

Hey,

wünsche frohe Weihnachten und einen guten Rutsch gehabt zu haben...;)

Ich hoffe ihr habt die Festtage gut überstanden und das Fasten danach ist nicht zu hart.

Bei uns ist mittlerweile der Winter auch eingetroffen.

Angefangen hat es mit einem sehr stürmischen Wochenende, inklusive Sandwolke über Jerusalem und einem Regenguss danach, der die Luft wieder gereinigt hat.ein Auto nach dem besagten Regen

Seit dem ist das Wetter sehr wechselhaft, mal regnerisch, mal sonnig, aber nicht beständig. Das ist auch der Grund, warum zur Zeit viele Menschen krank sind. Mich hat dieses obligatorische Ereignis dummerweise 2 Tage vor Weihnachten erreicht, sodass ich gezwungenermaßen ein gemütliches Weihnachten in unserer Wohnung verbracht habe. Es war aber halb so schlimm, da wir Besuch aus Haifa hatten und uns nach 4 Stunden kochen genug Essen für die Feiertage gezaubert hatten.weihnachtliche Erholung auf dem Balkon

orientalische Hühnchen am Heiligabend







Nach Weihnachten war mein leichtes Fieber wieder weg und ich wieder fit.

Silvester habe ich mit einigen anderen Deutschen im French Hospital gefeiert, wobei das sehr kleine Feuerwerk, was auch nur aus dem arabischen Teil Jerusalems kam, durch Dauerregen deutlich an seinem Reiz verlor.

Eine andere deutliche Veränderung, die sich im letzten Monat vollzogen hat ist, dass ich endlich näheren Kontakt zu Einheimischen habe. Dazu ist zu sagen, dass Israel voller Volontäre ist, die außerdem zu 80% aus Deutschland kommen. Was es außerdem sehr schwierig macht Kontakt zu Israelis in meinem Alter zu finden ist, dass fast alle (außer die sehr religiösen) für 2-3 Jahre bei der Armee sind und somit nur am Wochenende zu Hause.

Resultat daraus ist, dass die meisten deutschen Volontäre fast nur mit anderen Deutschen in ihrer Freizeit verkehren.

Ich habe es geschafft aus diesem Teufelskreis auszubrechen;)

Wie die meisten wissen stehe ich, vor allem bei Konzerten auf härter

e Musik. Glücklicherweise gibt es in Jerusalem auch Konzerte mit dieser „Musik“. Auf einem Konzert bin ich in einer Pause mit ein paar Israelis in Kontakt gekommen und habe einen kennen gelernt, der genau wie ich Schlagzeug spielt.

Musik verbindet...

bei ihm zu Hause an seinem Set

Seit ein paar Wochen treffe ich mich öfters mit ihm am Wochenende, da er unter der Woche in seiner Militärbasis ist. Zusammen mit ihm bin ich dadurch ua. in Kontakt mit einem Musikertreffpunkt im Center von Jerusalem gekommen.

In einem unterirdischen Bunker ist ein, von der Stadt gesponserter, Proberaum in dem wöchentliche Jamsessions stattfinden.

Also habe ich letzten Freitagmittag, mit einem Anwalt an der Gitarre, das unterirdische Jerusalem mit knackigem Funk gerockt..!!

Für mein tägliches Bedürfniss an Lärm habe ich mir zu Weihnachten selbst eine landestypische Darbuka geschenkt. Nach dem ich eine Stunde mit dem Händler in der Altstadt gefeilscht hatte, habe ich mir das gute Stück für weniger als 1/3 des ursprünglich geforderten Preises gekauft und somit den Händler um ca. 50€ runtergehandelt.

-> Nur Touristen bezahlen den erstgenannten Preis ;)

Vielen Dank für die Weihnachts- und Silvestergrüße!!

Alles Gute für 2011


Sonntag, 28. November 2010

I´ve been into the desert



Vor 2 Wochen haben wir kurzfristig einen Ausflug ans Tote Meer, nach Ein Gedi, eine Oase in der Jordanischen Wüste, gemacht. Mit dem Bus sind wir die ca. 1000 Höhenmeter zum Toten Meer „runtergefahren“. Dort haben wir natürlich erst mal die Standarttouristenfotos im Meer gemacht...

Nach einer Nacht unter freiem Himmel nur in Bettlaken, die trotz des fortgeschrittenen Novembers sehr mild war, haben wir uns am nächsten Tag in die Oase mit afrikanischem Klima gewagt. Ein Gedi besteht aus zwei Tälern, in denen sich verschiedenste Tierarten tummeln, unter anderem eine Wüstenleoparden Population, sowie Wölfe und Hyänen, was wohl der Grund ist warum man dort nicht übernachten darf;)

Auf den angelegten, aber trotzdem sehr interessanten Wanderwegen haben wir den nächsten Tag dann verbracht. Für angenehme Erfrischung haben des öfteren natürliche Steinpools gesorgt, die von dem Felswasser vollgelaufen sind.

Hier ein paar Bilder:

Samstag, 6. November 2010

Das erste Viertel

Hey,

das erste Viertel meines Auslandsjahres ist überschritten. Da ich seit längerem etwas schreibfaul war, probiere ich euch jetzt wieder auf den aktuellsten Stand zu bringen.

Je länger man hier lebt, desto weniger zieht man den Vergleich zu Deutschland, hinsichtlich mancher Alltagssituationen.

Ein kurzes Bespiel hierfür sind die sehr beliebten Koffersprengungen.

Seit meiner Ankunft habe ich schon mindestens 4 Sprengungen in Hör-, oder Sichtweite mitbekommen.

Sprengungen kommen zustande, wenn ein Gepäckstück an einem öffentlichen Platz keinem Besitzer zugeordnet werden kann und es für die Polizei nicht möglich ist, dieses einzusehen, ohne es zu öffnen. Da die Gefahr besteht, dass ein Sprengsatz in dem Gepäckstück ist, wird dieses entweder mehrfach speziell durchschossen, oder kontrolliert gesprengt.

Da dies hier Alltag ist und wahrscheinlich seit längerer Zeit keine Bombe mehr gefunden wurde, wird dies so routiniert durchgeführt, dass die jeweilige Straße nur knapp 10 Minuten gesperrt wird und nach der Sprengung wieder alles seinen geregelten Ablauf nimmt.

Anderes Thema:

Seit kurzem bin ich der stolze Besitzer eines Fahrrads und kann somit dem chaotischem Busfahren entgehen, wodurch sich die Zeit meines Arbeitswegs von bis zu einer ¾ Stunde auf gute 10-20 Minuten verkürzt.der Drahtesel

Zum Wetter: Ich vermissen den Herbst mit seinen bunten Blättern... die grauen Wolken, die sich vor die Sonne schieben und den herrlich kalten Wind und natürlich den Regen!! der erste Baum, den ich mit verwelkten Blättern gesehen habe (im Kibbuz Nachsholim)


wer braucht

schon Herbst?!!






Letzte Woche habe ich an einem Volontärsseminar in einem Kibbuz in der Nähe von Haifa teilgenommen. Das Thema des Seminars war: „ Der israelisch-palästinensische Konflikt“. Gesponsert wurde das von unserem Familienministerium und die haben nicht gespart. Das Seminar war sehr umfangreich, mit Gesprächen mit Vertretern unterschiedlicher Parteien, einem Ausflug nach Tel Aviv und in ein arabisches Dorf, was halb israelisch und halb palästinensisch ist uä.

Die Lage des Kibbuz war herrlich, mit direktem Strandanschluss. Und das Essen war das beste, was ich seit meinem Aufenthalt hier gegessen habe!!!

Eindrücke aus dem palästinensischen Teil von Bartaa



Ansonsten geht es mir hier immer noch sehr gut und ich bin froh, dass ich noch mehr als die Hälfte der Zeit vor mir habe.

Aber trotz meiner Erfahrungen hier, freue ich mich immer wieder über Mails von Freunden und Verwandten. Außerdem hoffe ich, dass alle die mich mit meinem Förderkreis unterstützen diesen Blog kennen...

Samstag, 2. Oktober 2010

Die Besonderheiten des Alltags;)

Letzten Donnerstag hatte ich frei und habe mich kurzfristig entschieden mit ein paar anderen Volontären in die Westbank nach Ramalla zu fahren. Es war interessant, da Ramalla, im Gegensatz zu Bethlehem, keine Touristenstadt ist. Wir waren etwas essen und haben uns das Grab von Arafat angeguckt, aber die große Besonderheit des Ausflugs war:...
Als wir an einer Straße mitten in der Stadt unentschlossen rumstanden, lief eine blonde Frau an uns vorbei, was sowieso schon auffällt. Aber irgentwie waren mir ihre Gesichtszüge bekannt und ich bin etwas schüchtern hinter ihr hergelaufen. Als sie sich dann umgedreht hat, habe ich mir ein Herz gefasst und sie angesprochen und: man glaubt es nicht, man trifft mitten in der Westbank die große Schwester von einem Kumpel, mit dem man Abi gemacht hat und der dazu noch, im mit Abstand kleinsten Kaff um Alsfeld, gewohnt hat.
Glücklicherweise konnte sie mein Gesicht auch sofort zuordnen und ich hab somit bis Mitte Oktober eine Anlaufstelle in Ramalla.
Die andere besondere Begegnung war weniger erfreulich, aber trotzdem sehr aufschlussreich über das Verhalten von manchen Soldaten in Jerusalem.
Wir standen gestern Abend mit ein paar Leuten vor der Altstadt. Neben uns ein paar Soldaten, die Araber kontrollierten. An sich ist das abends nichts Außergewöhliches. Auf einmal trat ein Soldat auf mich zu und wollte wissen ob ich Waffen oder Drogen dabei hätte. Ich verneinte musste aber trotzdem alle Taschen leeren. Nachdem er meine Papiere überprüft hatte, fragte er mich ausführlich darüber aus, ob ich schon mal im Gefängniss gewesen wäre etc.
Danach die Frage nach den Drogen, ob ich Gras oder ähnliches dabei hätte... Meine Antwort darauf war: "Nein aber sie können sich ja selbst überzeugen und an meinen Sachen riechen."
Falsche Antwort. Der Soldat wurde sauer und schnautzte mich an, ob ich denken würde, dass er ein Hund wäre. Er versicherte mir mehrfach, dass er kein Hund sei und dass er meine Sachen checken würde. Nachdem alles durchwühlt und nichts gefunden wurde drehte er sich einfach um und ich konnte gehen.
Was in der Situation offensichtlich eine unnötig pöbelnde Machtdemonstration war, war nur einem Volontär gegenüber. Ich denke jeder kann sich vorstellen, wie Araber in Jerusalem oftmals von manchen Soldaten behandelt werden.

Samstag, 25. September 2010

See Genezareth

Hi,

Anfang dieser Woche habe bin ich mit noch 5 anderen Volontären nach Tiberias gefahren, um in den nächsten 3 Tagen den See Genezareth, auf welche Art auch immer, zu umrunden.Von Tiberias aus sind wir mit schwerem Gepäck, vor allem Wasser, in Richtung Norden gewandert. Das Wetter war trotz des späten Septembers immer noch sehr warm. Laut Wettervorhersage bis zu 37° und gefühlt kam das auch hin!!

Nach einigen Kilometern haben wir den ersten Rast gemacht und gleich zum baden genutzt. Ich hatte beim schwimmen noch nie so eine herrliche Aussicht..-> der See liegt in einem riesigen Kessel aus sehr spärlich bewachsenen Bergen. Am ersten Rast musste mein Zimmernachbar die Reise schon abbrechen, da krank war und merkte, dass er das Wandern in der Hitze nicht länger durchhalten würde. Wir anderen sind von dort ein Stück mit dem Bus gefahren und bis Sonnenuntergang ( um 6 Uhr) bis vor Kapernaum gewandert. Dort sind wir dann beim Suchen, nach einem Schlafplatz am Ufer, durch einen Mangohain auf dem Hinterhof von einem Fischrestaurant gelandet. Da es in der Nähe keine bessere Stelle gab, haben wir dort gefragt und im Endeffekt pro Person 3 € für ein kühles Bier und den Schlafplatz bezahlt. In der Nacht sind wir noch öfters schwimmen gegangen. Morgens um halb 6 wurden wird dann sehr zärtlich von der wärme der aufgehenden Sonne geweckt und von Fliegen, durch die das Weiterschlafen zur großen Herausforderung wurde.der Jordan

Am nächsten Tag sind wir durch das Jordandelta bis zum Jordan gewandert und haben dort von einer großen Straße ein Sammeltaxi zu dem Kibbuz Ein Gev genommen. Den Nachmittag haben wir dort vor allem mit Schwimmen und Schlafen am Strand verbracht. Die Nacht haben wir neben dem Kibbuz an einem öffentlichen Strand verbracht. Da es Nachts auch noch heiß war habe ich meinen Schlafsack als Decke benutzt, was hinterhältig von Ameisen genutzt wurde um mich zu piesacken. Manche Stiche jucken trotz vieler Lagen Fenestil immer noch;)im Kibbuzmorgens: hilflos den Insekten ausgeliefert

Nachdem wir am nächsten morgen noch kurz von der Polizei kontrolliert wurden und die weder Drogen noch Alkohol bei uns gefunden haben, haben wir mit dem Bus den Rest des Weges um den See nach Tiberias vollendet. Alles in allem sind wir zwar nicht sonderlich viele Kilometer gewandert, aber das war bei der Hitze auch nicht möglich. Außerdem war es auch schon so sehr anstrengend.

Hier noch einige Bilder: Tiberias bei Nacht