Samstag, 2. Oktober 2010

Die Besonderheiten des Alltags;)

Letzten Donnerstag hatte ich frei und habe mich kurzfristig entschieden mit ein paar anderen Volontären in die Westbank nach Ramalla zu fahren. Es war interessant, da Ramalla, im Gegensatz zu Bethlehem, keine Touristenstadt ist. Wir waren etwas essen und haben uns das Grab von Arafat angeguckt, aber die große Besonderheit des Ausflugs war:...
Als wir an einer Straße mitten in der Stadt unentschlossen rumstanden, lief eine blonde Frau an uns vorbei, was sowieso schon auffällt. Aber irgentwie waren mir ihre Gesichtszüge bekannt und ich bin etwas schüchtern hinter ihr hergelaufen. Als sie sich dann umgedreht hat, habe ich mir ein Herz gefasst und sie angesprochen und: man glaubt es nicht, man trifft mitten in der Westbank die große Schwester von einem Kumpel, mit dem man Abi gemacht hat und der dazu noch, im mit Abstand kleinsten Kaff um Alsfeld, gewohnt hat.
Glücklicherweise konnte sie mein Gesicht auch sofort zuordnen und ich hab somit bis Mitte Oktober eine Anlaufstelle in Ramalla.
Die andere besondere Begegnung war weniger erfreulich, aber trotzdem sehr aufschlussreich über das Verhalten von manchen Soldaten in Jerusalem.
Wir standen gestern Abend mit ein paar Leuten vor der Altstadt. Neben uns ein paar Soldaten, die Araber kontrollierten. An sich ist das abends nichts Außergewöhliches. Auf einmal trat ein Soldat auf mich zu und wollte wissen ob ich Waffen oder Drogen dabei hätte. Ich verneinte musste aber trotzdem alle Taschen leeren. Nachdem er meine Papiere überprüft hatte, fragte er mich ausführlich darüber aus, ob ich schon mal im Gefängniss gewesen wäre etc.
Danach die Frage nach den Drogen, ob ich Gras oder ähnliches dabei hätte... Meine Antwort darauf war: "Nein aber sie können sich ja selbst überzeugen und an meinen Sachen riechen."
Falsche Antwort. Der Soldat wurde sauer und schnautzte mich an, ob ich denken würde, dass er ein Hund wäre. Er versicherte mir mehrfach, dass er kein Hund sei und dass er meine Sachen checken würde. Nachdem alles durchwühlt und nichts gefunden wurde drehte er sich einfach um und ich konnte gehen.
Was in der Situation offensichtlich eine unnötig pöbelnde Machtdemonstration war, war nur einem Volontär gegenüber. Ich denke jeder kann sich vorstellen, wie Araber in Jerusalem oftmals von manchen Soldaten behandelt werden.

2 Kommentare:

  1. hey sammy,
    wollte dir nur kurz mitteilen das ich gut angekommen bin und soweit alles super ist.
    werde diese woche eventuell anfangen auf einer farm zu arbeiten bis meine steuernummer ausgestellt ist.
    All the best,
    luke

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  2. hey sammy!

    klingt ja mächtig spannend :D
    wer ist denn nun die eine große schwester? kennt man die?
    witzig zu hören, was du so alles erlebst =D bis dann, alter!
    mit den besten grüßen aus indien!
    poldi

    ps.: kannst du mir mal deine adresse per mail zukommen lassen?

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